2012 Österreich

2012 Österreich

Start in Gmunden am Traunsee


Für unsere erste Reise mit dem Tandem fahren wir mit dem Auto bis Gmunden. Die erste Nacht verbringen wir im Hotel mit Blick auf den See. Die nächsten 16 Tage werden wir mit dem Tandem durch Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, das Burgenland, die Steiermark mit einem kleine Ausflug nach Slowenien, Kärnten und das Salzburger Land fahren.
Während Fritz bereits viele Radtouren gemacht hat, wird dies meine erste Tour mit dem Rad. Der Tagesdurchschnitt wird bei ca. 90 Kilometern mit sehr unterschiedlichen Höhenprofilen liegen. Von unserem Ausgangspunkt Gmunden nach Linz können wir uns über viele Abfahrten freuen. Ein schöner Auftakt um reinzukommen.


Wels im SonnenscheinWels im Sonnenschein

Wels im Sonnenschein

Unbeständiges Wetter ist unser Begleiter während der Reise. So ist es nicht verwunderlich, dass wir uns über jeden einzelnen Sonnenstrahl freuen, bevor dass nächste Gewitter heranrückt. Mit Zelt und Kochausrüstung sind wollen wir gerne campen. Aber manchmal ist es weiser wegen dem Wetter die Nacht im Hotel zu verbringen. Am ersten Abend lernen wir ein älteres Radfahrer Pärchen kennen. Aufgrund ihres Aussehens nehmen wir an sie machen eine entspannte Tour auf ihren E-Bikes. Aber am nächsten Morgen stellen wir fest sie sind mit vollem Gepäck auf sehr sportlichen Rädern unterwegs. Radfahren ist keine Frage des Alters stelle ich fest. Das gibt mir Hoffnung für viele kommende Radtouren.


Von Wartberg nach LiebenauVon Wartberg nach Liebenau

Von Wartberg nach Liebenau

Für unseren Weg durch Niederösterreich wählen wir eine ruhige Straße durch das Waldviertel entlang der kleinen Waldaist. Die Straße ist landschaftlich schön und ambitioniert. Wir haben Abschnitte mit bis zu 13% zu bewältigen. Was wir jetzt noch nicht wissen, dass wir uns den Koblerpass herausgepickt haben, den höchsten Pass in Oberösterreich mit 1.044 m.NN. Zusätzlich haben wir ein Problem mit dem Tretlager. In St. Leonhard finden wir zwei Restaurants mit Mittagstisch. Aber nur eines davon hat offen, weil sie sich bei der Aufnahme von Gästen abwechseln. Wir müssen in einer abgelegenen Gegend gelandet sein. In Liebenau, assistiert der Besitzer einer Tankstelle mit Werkstatt Fritz bei der Reparatur des Tretlagers und leiht uns einige Werkzeuge. Der Regen hat wieder eingesetzt. So entscheiden wir uns in einem Hotel vor Ort zu bleiben.


WeinviertelWeinviertel

Weinviertel

Wir setzen unsere Route im Nordosten durch das Weinviertel fort, bevor wir uns südwärts Richtung Wien wenden. Da das Wetter schlecht bleibt, entscheiden wir uns die Nacht wieder in einem Hotel in Horn zu verbrignen. Wir sind glücklich, dass unser Rad einen trockenen und sicheren Platz hat. Wir fahren duch wundervolle Weinfelder nach Retz, wo wir den Mantel für das Hinterrad tauschen müssen. Das einzige Radgeschäft hat über mittag zu. Wir lernen, dass die Geschäfte auf dem Land anders laufen als in der Stadt. Unglücklicherweise wird der Mantel nicht das halten, was der Inhaber versprach.


Wien und Neusiedler SeeWien und Neusiedler See

Wien und Neusiedler See

Wien erkunden wir zu Fuß und mit der Straßenbahn. Dann wird es wieder Zeit weiter zu fahren. Auf dem Donauradweg kommen zum Neusiedler See. Der Campingplatz in Podersdorf liegt direkt am Seeufer, so dass wir einen stimmungsvollen Sonnenuntergang erleben können. Am nächsten Tag überqueren wir den See von Ilmitz nach Mörbisch mit der Fähre. Der direkte Weg durch das Burgenland führt uns über Sopron in Ungarn. Die Route ist nicht zu empfehlen. Die Straßen sind in einem schlechten Zustand und die Landschaft ist alles andere als aufregend.
Das Burgenland ist eine Herausforderungen. Nicht wegen der hohen Berge, sondern das stetige auf und ab ist ermüdend. Als wenn es nicht genug wäre, haben wir noch mit Gegenwind zu kämpfen. Und als Krönung platzt der neue Reifen am nächsten Tag. So machen wir einen schönen, langen Spaziergang bis zur nächsten Stadt und schieben das schwere Tandem. Manchmal braucht man etwas Ablenkung vom eintönigen Radfahren …


RaggaschluchtRaggaschlucht

Raggaschlucht

Das nächste Ziel ist Maribor in Slowenien. An diesem Tag ist es sehr warm, so dass wir uns darüber freuen als uns eine nette Frau einläd unsere Flaschen mit frischem Wasser aus einem Brunnen aufzufüllen. Andere Österreicher warnen uns nicht nach Slowenien zu fahren, es wäre die Hölle mit den Autofahrer dort. Aber wir nehmen das Risiko auf uns und stellen fest, dass die Slowenier nicht schlimmer sind als die Österreicher oder andere. Maribor ist eine wunderschöne Stadt mit einer großen Fußgängerzone. Wir fahren weiter an der Drava (Drau), überqueren eine Schlucht über eine spektakuläre, hölzerne Hängebrücke, die Schwindelfreiheit erfordert. Auf dem Camping in Dullach lernen wir Louise aus Kanada. Sie transportiert ihr Gepäck auf einem ultraleichten Karbonrennrad. Wir fragen uns, warum unsere Ausrüctung so viel schwerer ist. Brauchen wir wirklich all diese Dinge? Diese Frage stellen werden wir uns jedes Jahr neu auf jeder Reise stellen. Die nächsten Tage werden wir zusammen mit Ulrike fahren, einer Deutschen auf ihrem Trip durch die Alpen. Wir fahren am Wörther See entlang und kommen zum Faaker See. Aber bevor die Chance haben uns im See ein erfrischendes Bad zu nehmen müssen wir ein Stück mit 12% bergauf. Mit unserem Trailer hinten dran fühlt es sich an, als ob uns jemand die ganze Zeit rückwärts ziehen will. Nahe Flattach ist die Raggaschlucht. Ist man in der Gegend, sollte man sie sich ansehen. Wir gehen über einen Bohlenweg und hölzerne Treppen nach oben. Manchmal scheinen die Felsen so nah, dass man den Eindruck hat sie wollen sich gegenseitig berühren.


Grossglockner  HochalpenstraßeGrossglockner  Hochalpenstraße

Grossglockner Hochalpenstraße

Die Königsetappe der Reise liegt vor uns. Wir starten von Heiligenblut auf der Südseite des Großglockners. Nacht hatten wir aufgrund des schlechten Wetters im Hotel verbracht. Unser Tandem stand warm und geschützt in der Hotellobby. Ich bin euphorisch und denke, der Weg heute wird schon nicht so anstrengend sein. Fritz hat seine Zweifel, da er den Pass von einer Reise mit dem Einzelrad kennt. Gott sei Dank behält der seine Gedanken für sich.


Hochalpenstraße (2)Hochalpenstraße (2)

Hochalpenstraße (2)

Von Heiligenblut hoch zum Gipfel sind es „nur“ 15 Kilometer. Aber mit dem schweren Gepäck haben wir das Gefühl jedes einzelne Stück in den Beinen zu spüren. Wir müssen 1.203 Höhenmeter klettern. Zahllose Auto, Motor- und Rennräder überholen uns. Viele feuern uns an, aber wir können ihnen nur ein kurzes Lächeln schenken, bevor wir uns wieder auf das Treten konzentrieren. Aber jede Kurbelumdrehung bringt uns höher.


Großglockner  HochtorGroßglockner  Hochtor

Großglockner Hochtor

Am Ziel – wir haben es geschafft! In der Zwischenzeit hatte auch ich Zweifel, ob ich es bis zur Passhöhe schaffe. Pässe können hart sein. Aber wenn du oben bist und das Panorama siehst, sind alle Leiden vergessen. Ich erwarte jetzt die Abfahrt auf der anderen Seite des Hochtortunnels. Dort angekommen zeigt mir Fritz das Fuscher Törl ein weiterer kleiner Anstieg. Aber schlußendlich bewältigen wir auch den letzten Anstieg bis zur endgültigen Abfahrt ins Tal. Unglaubliche Ausblicke. Wir halten immer wieder an, damit sich die vom Bremsen erhitzen Felgen abkühlen können. Wir wollen keinen Reifenplatzer riskieren. Unser Tandem ist zu schwer, um nur einfach den Berg hinabzurollen.


SalzburgSalzburg

Salzburg

Nach dem anstrengenden Anstieg gestern genießen wir die Fahrt durchs Tal der Salzach nach Salzburg. Das schöne Wetter macht die Tour zum Genuss. Wir lassen unser Gepäck auf dem Campingplatz und fahren ins Zentrum. Was für ein Unterschied ohne Ballast zu radeln.


Drachenwand und Mondsee

Drachenwand und Mondsee

Von Salzburg fahren wir am Mond- und Attersee vorbei zurück nach Gmunden am Traunsee. We waren 16 Tage unterwegs, davon 15 auf dem Rad. Ich war nicht immer so fröhlich wie auf dem Foto. Meine Füße schmerzten, mein Gesäß war wund ab der 50 Kilometermarke (also die meisten Tage). Nicht lustig. Ich werden nach einem besseren Sattel schauen. Aber – wenn du nicht kämpfen musst, kannst du dich nicht so sehr am Ziel freuen. Das scheint in der Natur von Radtouren zu liegen. Wer Berge liebt, sollte nach Österreich kommen. Trotz allem was ich oben sagte, wollen wir keinen Tag der Reise missen.